Concerts >

Récital Schumann (Dichterliebe)

Extraits d'une répétition et d'un concert donné le 6 juillet 2012 par Alain Zürcher (baryton) et Grigori Abramian (piano), professeurs de l'Atelier du Chanteur - avec toutes les imperfections du direct !

 
Dichterliebe
(Heinrich Heine)
Les Amours du Poète
Traduction © 2012 Alain Zürcher, tous droits réservés.
1
Im wunderschönen Monat Mai,
Als alle Knospen sprangen,
Da ist in meinem Herzen
Die Liebe aufgegangen.

Im wunderschönen Monat Mai,
Als alle Vögel sangen,
Da hab’ ich ihr gestanden
Mein Sehnen und Verlangen.
1
Au beau merveilleux mois de mai,
Quand tous les bourgeons jaillissaient,
Alors dans mon coeur
L’amour s’est levé.

Au beau merveilleux mois de mai,
Quand tous les oiseaux chantaient,
Alors je lui ai déclaré
Mon aspiration et mon désir.
2
Aus meinen Tränen sprießen
Viel blühende Blumen hervor,
Und meine Seufzer werden
Ein Nachtigallenchor,

Und wenn du mich lieb hast, Kindchen,
Schenk’ ich dir die Blumen all’,
Und vor deinem Fenster soll klingen
Das Lied der Nachtigall.
2
De mes larmes éclosent
De nombreuses fleurs épanouies,
Et mes soupirs deviennent
Un choeur de rossignols.

Et si tu m’aimes bien, fillette,
Je t’offrirai toutes les fleurs,
Et devant ta fenêtre tintera
Le chant du rossignol.
3
Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne,
Die liebt’ ich einst alle in Liebeswonne.
Ich lieb’ sie nicht mehr, ich liebe alleine
Die Kleine, die Feine, die Reine, die Eine ;
Sie selber, aller Liebe Bronne,
Ist Rose und Lilie und Taube und Sonne.
3
La rose, le lys, la colombe, le soleil,
Je les aimais tous autrefois avec ravissement.
Je ne les aime plus, j’aime seulement
La petite, la fine, la pure, l’unique ;
Elle-même, source de tout amour,
Est rose et lys et colombe et soleil.
4
Wenn ich in deine Augen seh’,
So schwindet all’ mein Leid und Weh !
Doch wenn ich küsse deinen Mund,
So werd’ ich ganz und gar gesund.

Wenn ich mich lehn’ an deine Brust,
Kommt’s über mich wie Himmelslust,
Doch wenn du sprichst : ich liebe dich !
So muß ich weinen bitterlich.
4
Quand je regarde dans tes yeux
S’évanouissent toute ma peine et ma douleur !
Et quand je baise ta bouche,
Je me sens en pleine forme.

Quand je m’appuie sur ta poitrine
Descend sur moi comme une joie céleste,
Mais quand tu dis : je t’aime !
Je dois pleurer amèrement.
5
Ich will meine Seele tauchen
In den Kelch der Lilie hinein ;
Die Lilie soll klingend hauchen
Ein Lied von der Liebsten mein.

Das Lied soll schauern und beben,
Wie der Kuß von ihrem Mund’,
Den sie mir einst gegeben
In wunderbar süßer Stund’ !
5
Je veux plonger mon âme
Dans la corolle du lys ;
Le lys exhalera en musique
Un chant de ma bien-aimée !

Le chant frémira et vibrera
Comme le baiser de sa bouche,
Qu’un jour elle me donna
En une heure merveilleusement douce.
6
Im Rhein, im heiligen Strome,
Da spiegelt sich in den Well’n
Mit seinem großen Dome
Das große, heilige Köln.

Im Dom da steht ein Bildnis
Auf goldenem Leder gemalt.
In meines Lebens Wildnis
Hat’s freundlich hineingestrahlt.

Es schweben Blumen und Eng’lein
Um unsre liebe Frau ;
Die Augen, die Lippen, die Wänglein,
Die gleichen der Liebsten genau.
6
Dans le Rhin, dans le saint fleuve,
Là se reflète dans les ondes
Avec sa grande cathédrale
La grande, sainte Cologne.

Dans la cathédrale se trouve une image
Peinte sur cuir doré.
Dans le désert de ma vie,
Elle a rayonné amicalement.

Des fleurs et des angelots
Flottent autour de Notre-Dame,
Les yeux, les lèvres, les petites joues
Sont ceux-là même de mon aimée.
7
Ich grolle nicht, und wenn das Herz auch bricht,
Ewig verlor’nes Lieb ! Ich grolle nicht.
Wie du auch strahlst in Diamantenpracht,
Es fällt kein Strahl in deines Herzens Nacht,
Das weiß ich längst.

Ich grolle nicht, und wenn das Herz auch bricht.
Ich sah dich ja im Traume,
Und sah die Nacht in deines Herzens Raume,
Und sah die Schlang’, die dir am Herzen frißt,
Ich sah, mein Lieb, wie sehr du elend bist.
Ich grolle nicht.
7
Je ne gronde pas, même si mon coeur se brise,
Amour à jamais perdue ! Je ne gronde pas.
Même quand tu rayonnes de l’éclat des diamants,
Aucun rayon ne tombe dans la nuit de ton coeur
Je le sais depuis si longtemps.

Je ne gronde pas, même si mon coeur se brise.
Car je te vis en rêve
Et vis la nuit dans le vide de ton coeur
Et vis le serpent qui s’en nourrit ;
Je vis, mon amour, combien tu es misérable.
Je ne gronde pas.
8
Und wüßten’s die Blumen, die kleinen,
Wie tief verwundet mein Herz,
Sie würden mit mir weinen
Zu heilen meinen Schmerz.

Und wüßten’s die Nachtigallen,
Wie ich so traurig und krank,
Sie ließen fröhlich erschallen
Erquickenden Gesang.

Und wüßten sie mein Wehe,
Die goldenen Sternelein,
Sie kämen aus ihrer Höhe,
Und sprächen Trost mir ein.

Die alle können’s nicht wissen,
Nur Eine kennt meinen Schmerz ;
Sie hat ja selbst zerrissen,
Zerrissen mir das Herz.
8
Et si les fleurs, les petites, savaient
Combien profondément mon coeur est blessé,
Elles pleureraient avec moi
Pour soigner ma douleur.

Et si les rossignols savaient
Comme je suis triste et malade,
Ils feraient gaiement retentir
Un chant revigorant.

Et si elles savaient ma peine,
Les petites étoiles d’or,
Elles descendraient du firmament
Et me réconforteraient de leurs paroles.

Aucun d’eux ne peut savoir,
Une seule connaît ma douleur.
Elle a elle-même déchiré,
Déchiré mon coeur.
9
Das ist ein Flöten und Geigen,
Trompeten schmettern darein.
Da tanzt wohl den Hochzeitreigen
Die Herzallerliebste mein.

Das ist ein Klingen und Dröhnen,
Ein Pauken und ein Schalmei’n ;
Dazwischen schluchzen und stöhnen
Die lieblichen Engelein.
9
C’est une flûte et des violons,
Puis des trompettes retentissent.
Là danse la ronde nuptiale
L’adorée de mon coeur.

C’est un tintement, un grondement,
Une grosse caisse et un pipeau ;
Parmi cela sanglotent et geignent
Les chers petits anges.
10
Hör’ ich das Liedchen klingen,
Das einst die Liebste sang,
so will mir die Brust zerspringen
von wildem Schmerzendrang.

Es treibt mich ein dunkles Sehnen
hinauf zur Waldeshöh’,
dort löst sich auf in Tränen
mein übergroßes Weh’.
10
Que j’entende sonner la chansonnette
Que mon aimée chantait jadis,
Et ma poitrine éclate,
Opprimée de douleur éperdue.

Un élan confus m’entraîne
Vers les hauteurs boisées,
Là s’épanche en larmes
Ma peine trop grande.
11
Ein Jüngling liebt ein Mädchen,
die hat einen Andern erwählt ;
der Andre liebt’ eine Andre,
und hat sich mit dieser vermählt.
Das Mädchen nimmt aus Ärger
den ersten besten Mann
der ihr in den Weg gelaufen ;
der Jüngling ist übel dran.

Es ist eine alte Geschichte
doch bleibt sie immer neu ;
und wem sie just passieret,
dem bricht das Herz entzwei.
11
Un jeune homme aime une jeune fille,
Elle en a élu un autre ;
Cet autre en aime une autre
Et s’est marié avec elle.
La jeune fille prend par dépit
Le premier venu
Qui croise son chemin ;
Le jeune homme en est malade.

C’est une vieille histoire
Pourtant toujours neuve,
Et à qui elle vient d’arriver,
Elle brise le coeur en deux.
12
Am leuchtenden Sommermorgen
geh’ ich im Garten herum.
Es flüstern und sprechen die Blumen,
ich aber wandle stumm.
Es flüstern und sprechen die Blumen,
und schau’n mitleidig mich an :
Sei uns’rer Schwester nicht böse,
du trauriger, blasser Mann.
12
Par un radieux matin d’été,
Je fais un tour dans le jardin.
Les fleurs murmurent et bavardent,
Moi je chemine en silence.
Les fleurs murmurent et bavardent
Et me regardent avec pitié :
N’en veux pas à notre soeur,
Toi l’homme triste et pâle !
13
Ich hab’ im Traum geweinet,
mir träumte du lägest im Grab.
Ich wachte auf, und die Träne
floß noch von der Wange herab.

Ich hab’ im Traum geweinet,
mir träumt’ du verließest mich.
Ich wachte auf, und ich weinte
noch lange bitterlich.

Ich hab’ im Traum geweinet,
mir träumte du wär’st mir noch gut.
Ich wachte auf, und noch immer
strömt meine Tränenflut.
13
J’ai pleuré en rêve ;
Je rêvais que tu gisais dans la tombe.
Je me suis réveillé, et la larme
Coulait encore sur ma joue.

J’ai pleuré en rêve ;
Je rêvais que tu me quittais.
Je me suis réveillé et j’ai pleuré
Encore longtemps amèrement.

J’ai pleuré en rêve ;
Je rêvais que tu m’étais encore favorable.
Je me suis réveillé, et encore toujours
Coule le flot de mes larmes.
14
Allnächtlich im Traume seh’ ich dich,
und sehe dich freundlich grüßen,
und laut aufweinend stürz’ ich mich
zu deinen süßen Füßen.

Du siehest mich an wehmütiglich,
und schüttelst das blonde Köpfchen ;
aus deinen Augen schleichen sich
die Perlentränentröpfchen.

Du sagst mir heimlich ein leises Wort,
und gibst mir den Strauß von Zypressen.
Ich wache auf, und der Strauß ist fort,
und’s Wort hab’ ich vergessen.
14
Chaque nuit en rêve je te vois,
Et te vois me saluer amicalement,
Et en pleurant bruyamment je me jette
À tes pieds chéris.

Tu me regardes douleureusement
Et secoues ta petite tête blonde ;
De tes yeux coulent doucement
Les gouttelettes perlées de tes larmes.

Tu me dis en secret un mot doux
Et me donnes le bouquet de cyprès.
Je me réveille : plus de bouquet,
Et le mot je l’ai oublié.
15
Aus alten Märchen winkt es
hervor mit weißer Hand,
da singt es und da klingt es
von einem Zauberland ;

wo bunte Blumen blühen
im gold’nen Abendlicht,
und lieblich duftend glühen
mit bräutlichem Gesicht ;

Und grüne Bäume singen
uralte Melodei’n,
die Lüfte heimlich klingen,
und Vögel schmettern drein ;

Und Nebelbilder steigen
wohl aus der Erd’ hervor,
und tanzen luft’gen Reigen
im wunderlichen Chor ;

Und blaue Funken brennen
an jedem Blatt und Reis,
und rote Lichter rennen
im irren, wirren Kreis ;

Und laute Quellen brechen
aus wildem Marmorstein,
und seltsam in den Bächen
strahlt fort der Widerschein.

Ach ! könnt’ ich dorthin kommen,
Und dort mein Herz erfreu’n,
und aller Qual entnommen,
und frei und selig sein !

Ach ! jenes Land der Wonne,
das seh’ ich oft im Traum,
doch kommt die Morgensonne,
zerfließt’s wie eitel Schaum.
15
Du fond des vieux contes on me fait signe
D’une blanche main,
Cela chante et résonne
D’un pays enchanté ;

Où des fleurs colorées fleurissent
Dans la lumière dorée du soir,
Et aimablement parfumées rougeoient
Avec des visages nuptiaux ;

Et des arbres moussus chantent
Des mélodies du fond des âges,
L’air résonne familièrement
et les oiseaux y lancent leurs roulades ;

Des images brumeuses s’élèvent
De la terre
Et dansent des rondes vaporeuses
En un choeur étrange ;

Et de bleues étincelles brillent
Sur chaque feuille et rameau,
Et de rouges lumières courent
En un cercle fou et désordonné.

Et de bruyantes sources jaillissaient
Du marbre brut,
Et étrangement dans les ruisseaux
Irradie le reflet.

Ah ! si je pouvais aller là-bas
Et y réjouir mon coeur,
Et détaché de tout tourment,
Être libre et heureux !

Ah ! ce pays de délices,
Je le vois souvent en rêve ;
Mais vient le soleil du matin,
Il se dissipe comme vaine fumée.
16
Die alten, bösen Lieder,
die Träume bös’ und arg,
die laßt uns jetzt begraben,
holt einen großen Sarg.

Hinein leg’ ich gar manches,
doch sag’ ich noch nicht was ;
Der Sarg muß sein noch größer
wie’s Heidelberger Faß.

Und holt eine Totenbahre,
von Bretter fest und dick ;
auch muß sie sein noch länger
als wie zu Mainz die Brück’.

Und holt mir auch zwölf Riesen,
die müssen noch stärker sein
als wie der starke Christoph
im Dom zu Köln am Rhein.

Die sollen den Sarg forttragen,
und senken in’s Meer hinab ;
denn solchem großen Sarge
gebührt ein großes Grab.

Wißt ihr warum der Sarg wohl
so groß und schwer mag sein ?
Ich senkt’ auch meine Liebe
Und meinen Schmerz hinein.
16
Les vieux chants méchants,
Les rêves méchants et malins,
Enterrons-les maintenant,
Allez chercher un grand cercueil.

J’y mettrai bien des choses,
Mais je ne dis pas encore quoi ;
Le cercueil doit être encore plus grand
Que le fût d’Heidelberg.

Allez chercher une civière
De planches solides et épaisses ;
Elle doit être encore plus longue
Que le pont de Mayence.

Allez chercher aussi douze géants,
Qui doivent être encore plus forts
Que le fort Saint-Christophe
De la cathédrale de Cologne sur le Rhin !

Ils devront emporter le cercueil
Et le faire sombrer dans la mer ;
Car un tel grand cercueil
Mérite une grande tombe.

Savez-vous pourquoi le cercueil
Risque d’être si grand et lourd  ?
Je veux y engloutir aussi mon amour
Et ma douleur.
http://chanteur.net - © 1998-2016 L'Atelier du Chanteur® - Tous droits réservés - CGU - Publicité - Contact